Profil des Lehrstuhls für Automatisierung und Informationssysteme

Der Lehrstuhl für Automatisierung und Informationssysteme konzentriert sich auf die Modellierung von verteilten eingebetten Systemen in der Automatisierungstechnik. Im Mittelpunkt stehen die Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit, sowie die Mensch-Maschine-Interaktion im Engineering und im Anlagenbetrieb.

Struktur und Entwicklung des Lehrstuhls

Der Lehrstuhl wurde von Professor Birgit Vogel-Heuser im Juli 2009 übernommen. Aufgrund des Wechsels der Lehrstuhlleitung und der damit einhergehenden Neuausrichtung, wurde der Lehrstuhl im März 2011 in "Lehrstuhl für Automatisierung und Informationssysteme" (AIS) umbenannt.
Der Lehrstuhl unterhielt zusätzlich bis 2013 ein Zertifizierungslabor für die Feldbus-Systeme Profinet und Profibus. Die dadurch vorhandenen detaillierten Kenntnisse über Protokolle und Spezifikationen werden zur   Weiterentwicklung von Bustechnologien und Kommunikationssystemen genutzt. Derzeit besteht der Lehrstuhl aus einer Professorin und 25 Mitarbeitern: 17 wissenschaftliche Mitarbeiter (davon ein PhD), vier Techniker / Software-Entwickler, einer Sekretärin, einer Buchhalterin und zwei Auszubildenden (Fachinformatiker Anwendungsentwicklung).

Positionierung und Aufgaben

Die Vorteile des AIS in Bezug auf deutsche und internationale Universitäten sind:

  • Der AIS ist Teil der Fakultät für Maschinenwesen, welche optimale Bildungs- und Kooperationsmöglichkeiten für die Forschung bietet (Abb. 1).
  • Der Lehrstuhl hat einen starken Bezug zu industriellen Anforderungen und ist in der deutschen Industrie sowohl im Maschinen- und Anlagenbau und der verarbeitenden Industrie als auch bei Herstellern von Automatisierungsgeräten anerkannt, welche als weltweit führend gelten.
  • Zu den Forschungsschwerpunkten gehört sowohl die Prozessindustrie als auch die Fertigungstechnik, was weltweit selten zu finden ist.

Dem Lehrstuhl stehen verschiedene Modellanlagen zur Verfügung, unter anderem ein komplexes hybrides Prozessmodell, welches mit allen marktführenden Automatisierungsgeräten (meist von der Industrie gesponsert) betrieben wird.
Internationale Forschungsgruppen mit vergleichbarer Laborausstattung und Personal in diesem Bereich sind nur an der Universität Wien zu finden. Diese Gruppe ist jedoch mehr auf Steuerung ausgerichtet.

Abb. 1: Forschungsgebiete des AIS im Bereich Mechatronik

Die Strategie für den Lehrstuhl

AIS forscht an der Verbesserung des gesamten Lebenszyklus für das Engineering von Produkten und Produktionsanlagen in hybriden Prozessen (spezielle Forschungsthemen in Abb. 2) unter Verwendung und Anpassung von Methoden aus der Informatik wie z.B. Mustererkennung oder Software-Engineering.  Dazu reichte Frau Prof. Vogel-Heuser einen Vorschlag zu Managed Software Evolution für ein SPP ein, da sich der Lehrstuhl AIS den unterschiedlichen Entwicklungs- und Betriebsphasen im Maschinenbau und in der Automatisierungs- und Softwaretechnik bewusst ist (Abb. 3).
Prof. Vogel-Heuser ist verantwortlich für das Smart Factory Szenario der Cyber-Physical Systems Roadmap in enger Zusammenarbeit mit marktführenden Unternehmen.
Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten sind in der Industrie anerkannt und wurden bereits in Produkten und Werkzeugen implementiert. AIS ist Mitglied des Clusters Mechatronik in Bayern und richtet einen jährlichen Industrie-Workshop aus. Außerdem gibt es noch Projekte in der Grundlagenforschung, die über einen Industrie-Beirat mit interessierten Unternehmen interagieren.

Abb. 2: Forschungsgebiete
Abb. 3: Beziehung zwischen technischem System, Automation und Software